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Die Zahl 13 Die Zahl 13 verbindet mit allen Möglichkeiten. Die Zahl, die alle Gewissheiten zunichte macht, die alle Spalten aufbricht, die rissig, ja „hirnrissig“ macht. Von der Zahl 13, dem Ort des dreizehnten Sterns der jüdischen Astrologie, geht das unmögliche Einreißen der Welten aus. Auf der einen Seite all die unzerstörbaren und unbeugsamen Gesetze, auf der anderen der Riss, der immer mögliche Riss. Akiba und seine Tochter Nehama Akiba vereinte im Kopf und im Herzen eines einzigen Menschen alles Wissen und alle Weisheit, die auf Erden möglich sind. Seine Tochter Nehame („Trost“ im Hebräischen) ist die Wonne seines Lebens, ein Quell von Weisheit, Milch und Honig. Da erfährt er aus dem Munde seines Freundes, des größten Astrologen seiner Zeit, dass der Tag der Hochzeit seiner Tochter auch der Tag ihres Todes sein werde, eines Todes, verursacht durch den Biss einer Schlange. Deshalb die Hochzeit nicht zu feiern kommt nicht in Frage! Schließlich bedeutet sie die höchste Stufe in der Bestimmung des Menschen. Sie vereint, was bis dahin geschieden war: das Oben und das Unten, das Licht und das Dunkel, den Mann und die Frau. Es ist der Moment außerhalb der Zeit, in dem sich die verschiedenen Welten wieder versöhnen und einander auf den Mund küssen. Und selbst unter der unheilvollsten Bedrohung, bleibt keine andere Wahl: Die Hochzeit muss gefeiert werden! Ganze Heerscharen von Bediensteten machen sich auf dem Gelände zu schaffen auf dem man das prächtige Zelt errichten wird. Sie stöbern sämtliche Nester von Schlangen und Skorpionen auf. Der Festtag naht. Von überall her treffen die Karawanen der größten Weisen der Zeit und ihrer Familien ein. Dann ist der höchste Tag angebrochen. Die Braut strahlt. Sie ist das Gefäß aller Gnade und Anmut. Der schicksalhafte Tag verläuft nach allen Regeln des vorgesehenen Zeremoniells. Am Abend werden die Vermählten von der gesamten Gesellschaft zu dem Ort begleitet, an dem sie sich zurückziehen. Die Nacht ist durchdrungen von Frieden. Am nächsten Morgen lässt Akiba seine Tochter zu sich rufen und sagt: „Nehama, geliebte Tochter, Du Honig meiner Seele und meines Herzens, du hast die Prophezeiung des größten babylonischen Astrologen zunichte gemacht. Du hast das Unmögliche ausgelöst. Der dreizehnte Stern hat geleuchtet. Beschreibe mir in allen Einzelheiten, was am gestrigen Tag geschah, jedes Wort, das du gesagt, jede Geste, die du getan hast.“ Sie beschreibt alles, einen Moment nach dem anderen, die Ankunft eines jeden, die Segnungen, die gewechselten Worte und Reden, alles, woran sie sich erinnern kann. „Und weiter?...Und weiter?...“, fragt der Vater. „Ach, ja! Einmal ist ein alter Bettler ins Zelt getreten. Alle Versammelten lauschten gebannt den Segenspsalmen und den leuchtenden Kommentaren eines Eurer hohen Gäste. Da bin ich heimlich zum Eingang geschlichen und habe dem Alten geholfen, seinen Umhang abzulegen. Dann habe ich einen Pfeil aus dem Köcher beim Eingang genommen und ihn, wie es der Brauch ist, in die Mauer gestoßen um das Gewand daran aufzuhängen.“ „Zeig mir die Stelle, wo du den Pfeil hineingesteckt hast.“ Nehama zeigt ihm die Stelle. „Hier…nein, hier,,,ja, genau hier.“ Akiba ergreift das Pfeilgefieder und zieht mit einer Hand daran. Mit dem Pfeil reißt er die Schlange heraus, deren Kopf von der Pfeilspitze durchbohrt ist. Was ist geschehen? Der dreizehnte Stern hat geleuchtet. Nehama hat das getan, was niemand von ihr erwartet hatte, die eine Geste mehr, die Geste eines unendlichen Feingefühls der Liebe: Sie hat dem Bettler die gleiche Achtung wie einem König entgegengebracht. Mit einem winzigen Sandkorn hat sie der mächtigen Maschinerie der Schicksale Einhalt geboten. Es war die Geste, die keiner von irgend jemandem erwartet hatte. Die Geste verrückter Menschlichkleit und verrückter Noblesse. Jene Geste, die die Welten zum Einsturz bringt.

 

 

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